Die Antenne im Schaltschrank

Wirtschaftsminister Tiefensee, Michael Weber
Wirtschaftsminister Tiefensee, Michael Weber

Weimarer Unternehmen arbeitet an der Vernetzung intelligenter elektronischer Messsysteme mit

Die Mietfabrik der LEG in Legefeld war der Türöffner. Er ermöglichte der Antennentechnik ABB Bad Blankenburg 2017 den Standortwechsel. Erst vor knapp zwei Jahren ist sie von ihrem namensgebenden Sitz nach Weimar umgezogen. Heute steht die Firma vor völlig neuen Perspektiven. Daran erinnerte am Dienstag Geschäftsführer Michael Weber bei einem Firmenbesuch von Thüringens Wirtschaftsminister.

Wolfgang Tiefensee hatte 2016 den Grundstein für die Mietfabrik gelegt. Nun wollte er wissen, wohin sich die ABB entwickelt, nachdem sie von einem chinesischen Konzern übernommen wurde.

Aus Sicht des Geschäftsführers ist die Huizhou Desay SV Automotive ein idealer Partner. Die ABB könne der Desay das bieten und mit ihr entwickeln, was das Mutterunternehmen nicht hat: Antennentechnik. Ohne sie sei eine Vernetzung in vielen Bereichen nicht möglich, nicht nur im Automobilbereich. Andererseits brauche die Entwicklung der Antennentechnik Elektronik und Software, wie sie bei Desay entwickelt wird. „Es reicht nicht mehr, gute Antennen zu bauen. Erst mit der intelligenten Antenne kommt Wertschöpfung zurück“, so Weber . Insofern treffe der Begriff einer strategischen Partnerschaft.

Der Firmensitz In der Buttergrube und die neue Partnerschaft schlagen sich längst auch in der Mitarbeiterschaft nieder. So erläuterte gestern Werkleiter Robert Löchel dem Minister die Bereiche in der Produktion. Er ist seit knapp einem Jahr in der Firma. Michael Weber nennt das „Weimar-Effekt“. In der Entwicklungsabteilung begrüßte Tiefensee den ersten chinesischen Praktikanten der ABB , Qiangbo Zhang. Er ist ein Student von der TU Dresden .

Der Minister möchte nun die Potenzen der Firma für mehr nutzen. Er sieht für den 5G-Funk-Standard großen Bedarf in der Industrie. Eine Musteranlage würde er gern mit den Stadtwerken Jena entwickeln. Die Produkte der ABB für die Vernetzung im sogenannten Smart Metering (intelligente elektronische Messsysteme) könnten dazu beitragen. So hat die Firma „als erster Antennenspezialist vollständig integrierte und unsichtbare Schaltschrankantennen entwickelt“, bei denen Umgebung und Einbausituation mitsenden und alle Daten sicher aus dem Schaltschrank im Keller im Mobilfunknetz landen.

(Quelle: TA vom 17.04.19)

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